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23.05.2017

Frostschäden verheerend - Hilfe für Betroffene erforderlich

Die im Herbst anstehende Ernte wird in diesem Jahr bei Obst- und Weinbauern in Baden-Württemberg klein ausfallen. Dies ergab eine Anfrage des Abgeordneten Arnulf von Eyb an die Landesregierung mit dem Ziel, einen Einblick in das Ausmaß der Schäden zu bekommen und zu erfahren, wie den Betroffenen geholfen werden kann. Grund dafür sind die Frostnächte Ende April. Ernteausfälle sind für die Betroffenen finanziell kaum zu kompensieren, sodass es in Fällen solcher Schäden schnell um die Existenz von Betrieben geht. Die Antwort des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ist in Bezug auf die Schäden ernüchternd. Eine endgültige Bilanz kann zwar erst nach der Ernte gezogen werden, doch allein der Anteil der Flächen, die stark geschädigt wurden, ist hoch. 7000 von 21000 Hektar Rebflächen sind stark geschädigt bis hin zum Totalausfall. Beim Steinobst sind es gar 3000 von 4000 Hektar. Beim Acker- und Gemüsebau liegen dagegen noch keine Zahlen vor.

Auch in anderen Bundesländern gibt es Frostschäden, Baden-Württemberg hat es jedoch am härtesten getroffen. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist der finanzielle Schaden 2017 besonders hoch. Derzeit prüft das Ministerium noch, welche Maßnahmen für Betroffene Landwirte und Winzer geleistet werden können. Das Förderprogramm „Liquiditätssicherung“ wurde etwa bereits für frostgeschädigte Betriebe geöffnet. Weiterhin wird geprüft, ob finanzielle Hilfen entweder Rahmen des Haushaltsvollzugs 2017 oder im Rahmen der laufenden Aufstellung des Haushaltsplans 2018/2019 untergebracht werden. Doch auch langfristig muss etwas getan werden. Frostschutzberegnungsanlagen konnten im Alten Land dazu beitragen, dass die Schäden im Obstbau deutlich geringer ausfielen. Das Ministerium prüft derzeit, ob eine Unterstützung für die Einrichtung solcher oder ähnlicher Anlagen sinnvoll sein kann. Weitere Überlegungen betreffen die Einrichtung von Fonds für Schadenfälle oder die Möglichkeit von Versicherungsbeihilfen. Versicherungen gegen Frostschäden gibt es derzeit nur im Weinbau und dort sind die Prämien so hoch, dass nur 1,5 % der Flächen gegen Frostschäden versichert sind. Es ist notwendig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den betroffenen Betrieben zu helfen.

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