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03.09.2018, 15:32 Uhr

Diskussion über die Einführung eines einjährigen Pflichtdiensts für junge Menschen

Die rege diskutierte Idee eines verpflichtenden einjährigen Dienstjahres für junge Menschen erachte ich grundsätzlich als sehr begrüßenswert. Durch Formate wie FSJ, FÖJ oder den Bundesfreiwilligendienst erhalten junge Menschen zwar die Chance, sich aktiv in das gesellschaftliche Leben einzubringen und jenes auch mitzugestalten; die Akzeptanz und Verwirklichung solcher Angebote scheint jedoch nicht sehr attraktiv und ansprechend zu sein. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass gerade junge Menschen, welche sich noch in der Orientierungsphase ihres Lebens befinden, von einem solch freiwilligen Jahr profitieren und wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Um das derzeit debattierte Pflichtjahr gerade für Heranwachsende attraktiv zu machen, müssten meines Erachtens entsprechende Komponenten erarbeitet werden, die einen Anreiz für einen einjährigen Freiwilligendienst darbieten. Unterschiedliche Angebote wären hier denkbar, ein Bonus beim Numerus clausus, ein gesicherter Platz in einem Studentenwohnheim oder die Möglichkeit, ein halbes Jahr früher in Rente zu gehen. Die Hürden, welche für die Umsetzung eines verpflichtenden Dienstjahres gemeistert werden müssten, sind jedoch nicht zu verkennen. Es wäre hierfür eine Änderung des Grundgesetzes nötig, die hierfür verpflichtende Zweidrittel-Mehrheit halte ich bisweilen jedoch als nicht gegeben. Ferner würde die Einführung eines solchen Dienstjahres auch erhebliche organisatorische Schwierigkeiten mit sich bringen, denn der Staat würde dann dazu verpflichtet werden, jedem Menschen eine entsprechende Stelle zur Verfügung zu stellen – ein schier unvorstellbarer Gedanke. So sehr ich also das Konzept eines einjährigen Dienstes in der Gesellschaft begrüße, so habe ich hinsichtlich der Realisierbarkeit doch gewisse Zweifel.

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