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27.09.2018, 13:15 Uhr

Afrikanische Schweinepest – Ausbruch in Belgien

Am 13. September 2018 ist in der belgischen Gemeinde Étalle, im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien, circa 60 km von der deutschen Grenze entfernt, bei toten Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. In Deutschland ist derzeit noch kein Fall der Krankheit bekannt, die zwar für den Menschen ungefährlich ist, bei betroffenen Tieren aber meist tödlich verläuft. Einen Impfstoff gegen die ASP existiert nicht.

Die Einhaltung und Umsetzung der durch das Ministerium für den Ländlichen Raum angeordneten Schutzmaßnahmen ist daher wesentlich, um eine weitere Ausbreitung nach Möglichkeit zu verhindern bzw. wenigstens einzudämmen. In erster Linie ist der Mensch für die rasche Verbreitung der Tierseuche über weite Distanzen hinweg verantwortlich. Besonders Fernfahrer und Reisende sind gefordert, Speiseabfälle sicher zu entsorgen, denn das Wegwerfen von Lebensmitteln, etwa an Rastplätzen, stellt ein hohes Risiko dar. Wildschweine können dort leicht mit belastetem Fleisch in Kontakt kommen und sich anstecken. Auch sollten derzeit keine Fleischwaren aus dem Ausland mitgebracht werden. Die auch in Baden-Württemberg erfolgte Intensivierung der Bejagung der Wildschweine ist sinnvoll, aber kaum flächendeckend und im erforderlichen Maß durchführbar. Jäger sind zudem gehalten, bereits verendet aufgefundene Tiere bei den zuständigen Behörden zu melden, um gegebenenfalls die Todesursache feststellen zu lassen. Schweinehalter sind besonders in der Pflicht, Schutz- und Hygienemaßnahmen in ihren Betrieben strikt umzusetzen, um eine Infektion ihres Bestandes zu verhindern. Im Falle eines Ausbrauchs der ASP bei Nutztieren ist mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen und auch strukturellen Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft zu rechnen: Die in Folge eines Ausbruchs schnell greifenden Handels- und Exportbeschränkungen für Schweinefleischprodukte können zur existentiellen Herausforderung für die Landwirte werden, wie Beispiele aus anderen europäischen Ländern, zum Beispiel Estland, zeigen. Daher ist die derzeitige Sorge insbesondere der Schweinehalter nur zu gut verständlich. Auch wenn alle Behörden auf nationaler und europäischer Ebene zum Thema ASP im Austausch stehen und das präventiv Mögliche unternommen wird, ist es realistisch betrachtet wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Schweinepest auch Deutschland erreichen wird. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das zuständige Forschungsinstitut auf Bundesebene, schätzt das Risiko eines Eintrags der ASP nach Deutschland nach wie vor als hoch ein. Die grenznahen Bundesländer bereiten sich bereits seit Langem auf den Ernstfall vor – etwa Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Aber auch Baden-Württemberg ist gerüstet: Bereits im Februar 2018 hat der Minister für den Ländlichen Raum, Peter Hauk, seinen 12-Punkte-Plan vorgestellt. Für diese Maßnahmen wurden für das laufende Jahr drei Millionen Euro bereitgestellt, im Falle einer Verschlechterung der Situation sind weitere Finanzmittel vorgesehen. Konkrete Punkte des Plans sind u.a. die Reduzierung des Schwarzwildbestandes, die Anwendung strenger Biosicherheitsmaßnahmen für Tierhalter und eine umfassende Aufklärungs- und Informationskampagne. Es scheint, dass hier leider nur abgewartet werden kann, wie sich die Lage weiter entwickeln wird.

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