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12.11.2018, 12:15 Uhr

Rainer Wieland MdEP zu Besuch bei Kratschmayer in Waldenburg

Am Freitag, den 02.11.18, war der Vizepräsident des Europäischen Parlamentes und Landesvorsitzende der Senioren-Union Baden-Württemberg, Rainer Wieland MdEP, der Einladung unseres Kreisverbandes gefolgt und referierte vor zahlreichen Interessierten zu aktuellen Herausforderungen im europäischen Kontext. Im Rahmen unserer CDU-Veranstaltungsreihe „Aktiv in Hohenlohe“ hatte sich das Publikum dieses Mal bei der Firma Kratschmayer in Waldenburg-Hohebuch versammelt.

Nach meiner Einführung stellte Firmenchef Hans Kratschmayer seinen Betrieb, dessen Struktur und gegenwärtige Entwicklung sowie die aktuellen (regulativen) Herausforderungen dar, mit denen sein Betrieb sich derzeit konfrontiert sieht. Damit war auch schnell die Brücke zum europäischen Gesetzgeber geschlagen, was Rainer Wieland die Gelegenheit gab, die Hintergründe einiger Vorgaben aus Brüssel zu erläutern. Neben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die ihm zufolge in Deutschland oftmals allzu aufgeregt diskutiert wird – in anderen Ländern sehe man dieses Thema deutlich entspannter – sprach der Europaabgeordnete auch den Brexit, die rechtsstaatlich bedenkliche Entwicklung in einigen osteuropäischen Staaten sowie die Finanzpolitik in Südeuropa an. Auch das Bild Deutschlands als „Zahlmeister Europas“ relativierte Rainer Wieland: Betrachte man den deutschen Beitrag zu Europa nicht absolut sondern pro Kopf, stehe die Bundesrepublik keinesfalls an erster Stelle der Nettozahler. Mit Blick auf die deutsche Wirtschaft unterstrich Herr Wieland die unverzichtbare Rolle des Mittelstandes: Die Ausbildung, die man in kleinen und mittleren Betrieben erhalte, sei in Europa einmalig. Zudem sei der Mittelstand ein Garant für praxisnahe Innovation und Entwicklung – hier liege auch das große Potential der EU: Forschung und Entwicklung bedeuten die Grundpfeiler unseres Wohlstandes, die Massenproduktion fände anderswo statt. Schließlich appellierte der Parlamentsvizepräsident an das Publikum, den Blick über den nationalen und europäischen Tellerrand hinaus zu wagen: Auf globaler Ebene müsse Europa mit einer Stimme sprechen, um zukünftig zwischen den Großmächten USA und China überhaupt noch gehört zu werden. Dabei gelte es auch, das europäische Projekt, das in der Welt einmalig sei, und seine Werte zu verteidigen. Die EU sei eine Errungenschaft, die ihren Bürgern nicht zuletzt seit 70 Jahren Frieden beschere. Nach einer Diskussionsrunde hatte ich Gelegenheit, Herrn Kratschmayer für die Gastfreundschaft, dem Publikum für das Interesse und vor allem Rainer Wieland für seinen Besuch sowie für die besonnenen und weitsichtigen Worte zu danken. Mein Resümee dieses gelungenen Abends ist eindeutig: Ich bin überzeugt, dass Europa heutzutage gerne von vielen schlecht geredet wird, ohne zu bemerken, wie sehr uns die EU nützt, und wie sehr die Welt uns darum beneidet. Die globalen Herausforderungen sind so zahlreich und schwerwiegend, dass wir viele davon nur gemeinsam in Europa bewältigen werden können!

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