Reaktivierung der Kochertalbahn rückt näher

04.11.2020

Eine landesweite Untersuchung stillgelegter Bahnstrecken attestiert der Kochertalbahn ein hohes Nachfragepotential. Mit einer weiteren Machbarkeitsstudie können die Akteure vor Ort nun die guten Chancen für eine Reaktivierung untermauern. Die Fördersituation ist dabei derzeit besonders attraktiv.

Sehr erfreut zeigte sich der Landtagsabgeordnete des Hohenlohekreises Arnulf von Eyb MdL angesichts der Ergebnisse der nun vorliegenden Studie des Verkehrsministeriums über die Potentiale stillgelegter Bahnstrecken im Land: „Unter den Strecken, für die die Studie ein hohes Fahrgastaufkommen prognostiziert, ist auch die Kochertalbahn. Das ist ein außerordentlich positives Signal vom Land und ein Meilenstein auf dem Weg zur Reaktivierung der Strecke zwischen Waldenburg und Künzelsau. Zudem ist es eine Bestätigung und Rückenwind für die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten, insbesondere für die Bürgerinitiative ‚Wir bauen die neue Kochertalbahn‘. Nun gilt es, zügig die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen, damit dieses einmalige Zeitfenster nicht ungenutzt verstreicht.“


Auch der 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative und Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten MdB begrüßt die Nachricht aus Stuttgart: „Wenn wir mit unserer Machbarkeits-studie zu einer positiven Bewertung im Verkehrsministerium in Stuttgart beitragen konnten, hat sich der Einsatz unserer Vereinsmitglieder gelohnt.“


Im Rahmen der landesweiten Untersuchung wurde das Reaktivierungspotential von insgesamt 42 Strecken geprüft. Die Kochertalbahn wurde dabei in die Kategorie B „Hohes Nachfragepotential“ eingruppiert (750 - 1.500 Fahrgäste pro Schultag). Der nächste Schritt ist nun die Erstellung einer umfassenden Machbarkeitsstudie, für die der Landkreis im Haushalt 2021 entsprechende Mittel bereitstellen will.


Dabei sind die Voraussetzungen für die weitere Finanzierung denkbar gut: Das Land wird die Kosten einer Machbarkeitsstudie mit 75 % fördern. Die Baukosten bei einer möglichen Reaktivierung werden durch den Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz mit bis zu 90 % gefördert. Auch das Land beteiligt sich an der Finanzierung, sodass insgesamt bis zu 96 % der Baukosten gefördert werden können. Zudem plant die Landesregierung, bei nachfragestarken Strecken auch den späteren Betrieb zu finanzieren. Da die Mittelvergabe für den Betrieb der zeitlichen Reihenfolge der Inbetriebnahme folgt, ist eine schnelle Umsetzung der weiteren Schritte entscheidend.